Warum Freigängerkatzen kastriert werden sollten – und wie unsere gemeinsame Kampagne hilft
Katzen mit Freigang gehören für viele Menschen ganz selbstverständlich zum Alltag. Was jedoch oft unterschätzt wird: Unkastrierte Freigängerkatzen tragen erheblich zur unkontrollierten Vermehrung freilebender Katzen bei – häufig unbemerkt.
Deshalb haben der Tierschutzverein Bad Mergentheim und Umgebung e.V. und 11 Fundtiergemeinden im Main-Tauber-Kreis eine gemeinsame Katzenschutzkampagne gestartet. Ziel ist es, Katzenhalterinnen und Katzenhalter über die Vorteile der Kastration zu informieren, Verantwortung zu stärken und gemeinsam Tierleid zu verhindern.
Warum ist die Kastration so wichtig?
Unkastrierte Katzen und Kater vermehren sich schnell. Eine einzige Katze kann mehrmals im Jahr Nachwuchs bekommen. Viele dieser Katzenkinder wachsen ohne menschliche Versorgung auf – draußen, ungeschützt vor Krankheit, Hunger, Parasiten und Witterung.
Besonders wichtig: Auch unkastrierte Kater tragen zur Problematik bei. Sie kommen zwar nicht mit Nachwuchs nach Hause – sorgen draußen aber oft für viele ungewollte Würfe.
Die Folgen spüren nicht nur die Tiere selbst. Auch Tierheime und Tierschutzvereine stoßen zunehmend an ihre Grenzen. Trotz zusätzlicher Kapazitäten ist die Versorgung der vielen aufgefundenen Katzen eine enorme Herausforderung.
Welche Vorteile hat die Kastration für meine Katze?
Die Kastration schützt nicht nur andere Tiere – sie bringt auch Ihrer eigenen Katze viele Vorteile:
- Weniger Stress und mehr Sicherheit
Kastrierte Katzen streunen meist weniger weit. Das Risiko, im Straßenverkehr verletzt zu werden oder zu verschwinden, sinkt. - Geringeres Krankheitsrisiko
Kastrierte Katzen leben oft gesünder. Da sie weniger in Revierkämpfe geraten und seltener weite Strecken auf Partnersuche zurücklegen, sinkt das Risiko für Verletzungen und Infektionen deutlich. Zudem können beim Deckakt und bei Kämpfen Krankheiten wie FIV („Katzen-AIDS“) oder FeLV übertragen werden. Bei weiblichen Katzen reduziert die Kastration außerdem das Risiko für Erkrankungen wie Gebärmutterentzündungen oder Gesäugetumore erheblich. - Weniger Revierkämpfe und Markierverhalten
Gerade bei Katern nimmt aggressives Verhalten häufig ab. Auch das Markieren mit streng riechendem Urin kommt deutlich seltener vor. - Kein ungewollter Nachwuchs
Sie vermeiden ungeplante Würfe – und damit hohe Kosten, Zeitaufwand und die schwierige Suche nach geeigneten Plätzen für Jungtiere. - Mehr Lebensqualität und höhere Lebenserwartung
Viele kastrierte Katzen leben ausgeglichener, gesünder – und in der Regel auch deutlich länger. Weniger Stress durch Rolligkeit, Revierverhalten oder Partnersuche wirkt sich insgesamt positiv auf ihr Wohlbefinden aus.
Warum setzen wir auf Freiwilligkeit?
Als Städte und Gemeinden möchten wir gemeinsam mit dem Tierschutzverein bewusst auf Information, Dialog und freiwilliges Mitmachen setzen.
Denn nachhaltiger Katzenschutz funktioniert am besten zusammen – durch Verständnis, gemeinsame Verantwortung und praktische Unterstützung vor Ort.
Zahlreiche Katzenhalterinnen und Katzenhalter handeln bereits verantwortungsbewusst. Vielen anderen ist hingegen nicht bewusst, welche Auswirkungen unkastrierter Freigang haben kann – sowohl für die eigene Katze als auch für freilebende Tiere in der Umgebung. Genau hier setzt die Kampagne an: mit verständlicher Information, Vorträgen und konkreten Ansprechpartnern aus dem Tierschutzverein – ohne Druck, aber mit einem klaren gemeinsamen Ziel: Tierleid vermeiden.
So läuft die Katzenschutz-Kampagne
Bis Ende des Jahres informieren die beteiligten Kommunen gemeinsam mit dem Tierschutzverein regelmäßig über das Thema Katzenkastration – unter anderem über:
- Informationsfaltblätter
- Beiträge in Amtsblättern
- Veröffentlichungen auf kommunalen Websites
- Beiträge in den sozialen Medien
Parallel möchte der Tierschutzverein Bad Mergentheim und Umgebung e.V. in den elf Fundtiergemeinden ein ehrenamtliches Helfernetzwerk für freilebende Katzen („Streuner“) auf. Dieses soll künftig bei der Aufklärungsarbeit, beim tierschutzgerechten Sichern, Kastrieren und Zurückführen freilebender Katzen unterstützen.
Kontakt bei Interesse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Was können Katzenhalterinnen und Katzenhalter jetzt tun?
Wenn Ihre Katze Freigang hat und noch nicht kastriert ist, sprechen Sie mit Ihrem Tierarzt bzw. Ihrer Tierärztin! Eine Beratung ist unkompliziert – und der Eingriff ist ein wichtiger Beitrag zum Tierwohl. Jede kastrierte Freigängerkatze hilft, weiteres Leid zu verhindern!
Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass weniger Katzen krank, hungrig oder unversorgt auf der Straße leben müssen – und dass unsere Region für Mensch und Tier noch lebenswerter wird.
Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

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